Von Redaktion Werbung im Internet · veröffentlicht am 22.11.2022 · aktualisiert am 31.10.2026
Affiliate-Marketing-Anbieter sind entweder Netzwerke, die viele Partnerprogramme bündeln und Tracking und Auszahlung übernehmen, oder einzelne Unternehmen mit eigenem Partnerprogramm. Welcher Anbieter zu Dir passt, entscheiden Dein Thema, das Provisionsmodell, die Cookie-Laufzeit und die Auszahlungsbedingungen.
Kurz zusammengefasst
- Netzwerke wie Awin vermitteln Programme vieler Händler; Unternehmen wie GetResponse oder Fiverr betreiben eigene Partnerprogramme.
- Konditionen ändern sich: GetResponse zahlt heute bis zu 60 % wiederkehrend für 12 Monate, Fiverr 25 % auf den Erstkauf plus 10 % Umsatzbeteiligung (Stand 31.10.2026).
- Vor der Anmeldung zählen Provisionsmodell, Cookie-Laufzeit, Mindestauszahlung und erlaubte Werbekanäle.
- Werbelinks müssen als Werbung erkennbar sein; Google empfiehlt für sie das Attribut rel=“sponsored“.
Beim Affiliate Marketing empfiehlst Du ein Produkt, etwa auf Deiner Website, im Newsletter oder in Social Media. Kauft jemand über Deinen Link, zahlt das Unternehmen eine vorher festgelegte Provision. Das Interesse ist groß: Nach „affiliate marketing“ wird in Deutschland laut Ahrefs rund 39.000-mal im Monat gesucht, nach „amazon partnerprogramm“ rund 4.000-mal.
Welche Arten von Affiliate-Anbietern gibt es?
Es gibt drei Wege zu einem Partnerprogramm: über ein Affiliate-Netzwerk, direkt beim Unternehmen oder über den Partnerbereich großer Plattformen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer das Tracking übernimmt, wer auszahlt und wie viele Programme Du an einem Ort verwaltest.
| Art | Beispiel | Wer zahlt aus? | Worauf achten? |
|---|---|---|---|
| Affiliate-Netzwerk | Awin | das Netzwerk, nachdem der Händler gezahlt hat | Kaution, Mindestauszahlung, Freigabe je Programm |
| Eigenes Partnerprogramm (Software, Dienstleistung) | GetResponse, Fiverr, Shopify | das Unternehmen selbst | wiederkehrende oder einmalige Provision, Laufzeit |
| Partnerprogramm einer Plattform | Amazon PartnerNet, Expedia | die Plattform | Provision je Produktkategorie, Teilnahmebedingungen |

Welche Konditionen bieten bekannte Partnerprogramme?
Zwei der vier Programme aus unserer Übersicht von 2022 haben ihre Bedingungen deutlich geändert. Die folgenden Angaben stammen von den Programmseiten der Anbieter, Stand 31.10.2026. Für Shopify und Expedia konnten wir keine aktuellen Zahlen prüfen, deshalb steht dort keine.
| Programm | Produkt | Provision laut Anbieter | Cookie-Laufzeit |
|---|---|---|---|
| GetResponse | Software für E-Mail-Marketing, Landingpages, Webinare | 40 % wiederkehrend für 12 Monate, ab 50 Verkäufen 50 %, ab 100 Verkäufen 60 % | 90 Tage |
| Fiverr | Marktplatz für Freelancer-Dienstleistungen | 25 % des Erstkaufs, danach 10 % Umsatzbeteiligung für 12 Monate; Logo Maker: 30 US-Dollar pro Erstkauf | keine Angabe auf der Programmseite |
| Shopify | Shopsystem | vor der Anmeldung auf der Programmseite prüfen | – |
| Expedia | Reisebuchungen | vor der Anmeldung auf der Programmseite prüfen | – |
Unsere Einschätzung: Der Vergleich mit 2022 zeigt, wie schnell sich Konditionen ändern. Damals warb GetResponse mit 33 % wiederkehrend oder 100 US-Dollar einmalig und einem 120-Tage-Cookie, heute mit bis zu 60 % für 12 Monate und 90 Tagen. Verlass Dich deshalb nie auf alte Übersichten, auch nicht auf unsere, sondern prüfe die Programmseite am Tag der Anmeldung.
Wie funktioniert die Anmeldung bei einem Affiliate-Netzwerk?
Du registrierst Dich einmal beim Netzwerk, gibst Deine Website oder Kanäle an und bewirbst Dich dann bei den einzelnen Programmen. Jeder Händler entscheidet selbst, ob er Dich aufnimmt. Provisionen werden im Netzwerk gesammelt und ausgezahlt.
Ein Beispiel sind die Publisher-Bedingungen der Awin AG (August 2025): Dort kann bei der Anmeldung eine Kaution fällig werden, die mit der ersten Provisionszahlung zurückerstattet wird. Fällig werden Provisionen, sobald Awin die Zahlung des Händlers erhalten hat, und ausgezahlt wird erst ab den Mindestbeträgen, die Awin jeweils festlegt.
Gut zu wissen: Zwischen Kauf und Auszahlung kann einige Zeit vergehen, weil Händler Bestellungen häufig erst nach Ablauf von Storno- und Rückgabefristen freigeben und Netzwerke erst nach Zahlungseingang auszahlen. Plane Affiliate-Einnahmen deshalb nicht als sofort verfügbares Geld ein.
Wie vergleichst Du Affiliate-Programme?
Eine hohe Prozentzahl allein sagt wenig. Entscheidend ist, was am Ende pro Besucher übrig bleibt und ob das Programm zu Deinen Lesern passt. Diese Punkte lohnt es, vor der Anmeldung zu vergleichen:
- Provisionsmodell: einmalig pro Verkauf, wiederkehrend bei Abos oder pro Anfrage (Lead).
- Cookie-Laufzeit: wie lange ein Kauf nach dem Klick noch Dir zugeordnet wird.
- Storno und Freigabe: wie viele Bestellungen erfahrungsgemäß storniert werden und wann Provisionen freigegeben sind.
- Auszahlung: Mindestbetrag, Zahlungsweg, Kaution.
- Erlaubte Kanäle: Manche Programme schließen etwa Anzeigen auf den Markennamen des Händlers oder Gutscheinseiten aus; das steht in den Teilnahmebedingungen.
Welche Software beim Verwalten mehrerer Programme hilft, beschreibt Affiliate Tools: Was gute Software wirklich leisten muss.

Musst Du Affiliate-Links kennzeichnen?
Ja, wenn Du für den Link eine Gegenleistung bekommst. Nach § 5a Abs. 4 UWG handelt unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern er sich nicht aus den Umständen ergibt. Eine Gegenleistung wird dabei vermutet, solange Du nicht glaubhaft machst, dass Du keine erhalten hast.
Technisch empfiehlt Google in seiner Dokumentation zu ausgehenden Links, Werbung und bezahlte Platzierungen mit rel=“sponsored“ auszuzeichnen. Das betrifft die Bewertung durch die Suchmaschine, ersetzt aber nicht den sichtbaren Hinweis für Leser.
Wichtiger Hinweis: Diese Einordnung ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Welche Kennzeichnung im Einzelfall reicht, hängt von Kanal und Gestaltung ab. Stand: 31.10.2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Netzwerke bündeln viele Programme, eigene Partnerprogramme zahlen direkt.
- Konditionen ändern sich: Prüfe sie am Tag der Anmeldung auf der Programmseite.
- Vergleiche Provisionsmodell, Cookie-Laufzeit, Stornos, Auszahlung und erlaubte Kanäle.
- Werbelinks sichtbar kennzeichnen und technisch mit rel=“sponsored“ auszeichnen.
Häufige Fragen zu Affiliate-Anbietern
Was ist ein Affiliate-Netzwerk?
Ein Affiliate-Netzwerk ist ein Vermittler zwischen Händlern und Publishern. Es stellt Tracking, Werbemittel und Abrechnung bereit, sodass Du viele Programme über ein Konto verwaltest.
Kostet die Anmeldung Geld?
Das legt jedes Programm selbst fest. Manche Netzwerke verlangen eine Kaution; bei Awin wird sie laut den Publisher-Bedingungen mit der ersten Provisionszahlung zurückerstattet.
Was bedeutet Cookie-Laufzeit?
Sie legt fest, wie lange nach dem Klick auf Deinen Link ein Kauf noch Dir zugeordnet wird. Bei GetResponse sind es laut Programmseite 90 Tage.
Brauche ich eine eigene Website?
Nicht immer. Viele Programme erlauben auch Newsletter, Videos oder Social Media. Welche Kanäle zulässig sind, steht in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Programms.
Weiterlesen
- Affiliate Tools: Was gute Software wirklich leisten muss
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Quellen
- Affiliate Programs · GetResponse · abgerufen am 31.10.2026
- Fiverr Affiliates · Fiverr · abgerufen am 31.10.2026
- Publisher-Bedingungen Awin AG, August 2025 · Awin · abgerufen am 31.10.2026
- § 5a UWG · Bundesministerium der Justiz · abgerufen am 31.10.2026
- Ausgehende Links für SEO eingrenzen · Google Search Central · abgerufen am 31.10.2026
- Ahrefs Keywords Explorer, Land Deutschland: Suchvolumen „affiliate marketing“ und „amazon partnerprogramm“ · abgerufen am 31.10.2026